top of page

Kunst, Geschichte und lebendige Kultur

In Schwarzenberg befindet sich ein Ort, der Vergangenheit und Gegenwart verbindet: das Angelika Kauffmann Museum. Ausgezeichnet mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel, vereint es ein über 450 Jahre altes Bregenzerwälderhaus mit moderner Ausstellungskultur – und macht sowohl die regionale Geschichte als auch die Werke von Angelika Kauffmann (1741–1807), einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Region, erlebbar.

Berg

EIN HAUS ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND GEGENWART
Untergebracht in einem typischen Bregenzerwälderhaus aus dem 16. Jahrhundert, wirkt das Museum von außen traditionsreich und ursprünglich. Im Inneren eröffnet sich jedoch ein spannender Kontrast: Im ehemaligen Wirtschaftstrakt befindet sich ein moderner Ausstellungsraum, der 2007, anlässlich des 200. Todestages von Angelika Kauffmann, eröffnet wurde. Geplant vom Architekturbüro Dietrich-Untertrifaller, verbindet er alte und neue Holzarchitektur auf harmonische Weise. In diesem besonderen Ambiente werden jährlich wechselnde Ausstellungen mit Originalwerken der berühmten Malerin präsentiert – ein kulturelles Highlight weit über den Bregenzerwald hinaus.

KUNST ZUM LESEN
Im Fokus steht in diesem Jahr die Sommerausstellung „Erlesen. Angelika Kauffmann und die Literatur“ (1. Mai bis 31. Oktober 2026). Sie widmet sich den Geschichten hinter den Bildern und zeigt, wie eng Kunst und Literatur im Schaffen der Künstlerin miteinander verbunden sind. Anhand von Originalgemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken wird deutlich, auf welche literarischen Vorlagen Angelika Kauffmann zurückgriff, welche Figuren sie wählte und wie sie zentrale Szenen ins Bild setzte. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bücher, Briefe, Ideenskizzen und Ölstudien, die spannende Einblicke in ihren kreativen Prozess geben. Der thematische Bogen reicht von antiken Epen und Tragödien über Shakespeare und Torquato Tasso bis zur Zeit der Aufklärung mit Denkern wie Voltaire sowie Zeitgenossen wie Goethe, Herder und Klopstock. In der Gegenüberstellung von Texten und Bildern zeigt sich, dass Angelika Kauffmanns Gemälde Auge und Geist zu gleichen Teilen ansprechen und demnach nicht nur betrachtet, sondern auch gelesen werden wollen.

EINBLICK IN VERGANGENE LEBENSWELTEN
Neben der Kunst widmet sich das Museum auch der regionalen Geschichte. Im ehemaligen Wohnbereich befindet sich seit 1928 das Heimatmuseum, das authentische Einblicke in die bäuerliche Alltagskultur des 19. Jahrhunderts bietet. Originalgetreu eingerichtete Räume wie Stube, Küche oder Trachtenraum machen das Leben vergangener Zeiten greifbar. Ergänzt wird dies durch die Ausstellung „Schwabenkinder – dahoam und foat“, die die Lebensrealität von Kindern im 19. und frühen 20. Jahrhundert beleuchtet.

Fotos: © HIRSCHBUEHL.fotografie

Story teilen:

bottom of page